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Der Kaiman im Hallwilersee

Im Hallwilersee wurde erst kürzlich ein Kaiman ausgesetzt. Ein erfahrener Fischer hatte das Tier gesichtet. Trotzdem wurde spekuliert, ob das Ganze eine Ente sei, während die Behörden versicherten, das Tier sei vollkommen harmlos.

Ünna duona

Lange war ich hin- und hergerissen, welche der drei Versionen mir besser gefällt. Doch schlussendlich habe ich mich eindeutig für die kräftig geblümte Variante ganz rechts als meine Favoritin entschieden.

Der gelbe Hintergrund und das helle Muster schienen mir langweilig, je öfter ich das Bild anschaute. Knallig passt auch zum Model, finde ich.

Flamingo

Hast du auch schon Flamingos beobachtet? Die meiste Zeit stecken sie ihren Kopf unter Wasser, weil sie dort nach Nahrung suchen. Nicht jedoch „meine“ Flamingos, die schön posieren und sogar ein Tänzchen machen.

Das Erdhaus

Zügelanzeige für eine weitere Freundin, die in ein Erdhaus zieht. Sie hat zwei Hunde, hört gerne Musik, liebt die Natur …

Die erste Zügelanzeige findest du hier.

Die Frau für alle Angelegenheiten

Für meine Lieblingsmenschen bin ich so etwas wie „Die Frau für alle Angelegenheiten“: Ich schreibe Bewerbungen, amtiere als Fotografin, giesse bei ihrer Abwesenheit die Pflanzen und mehr. Sie helfen mir dafür bei den Vernissagen oder anderen Dingen.
Diese Woche habe ich für meine Freundin – die seit längerer Zeit einzig mit ihrem Koffer unterwegs ist, mal da in einer Berghütte serviert und wohnt, mal dort ein Haus hütet oder jemanden pflegt, dann wieder die Welt bereist – eine Zügelanzeige gezeichnet und geschrieben.

Überbrückungsleistungen (ÜL) für ältere Arbeitslose aus Frauensicht – Vernehmlassung

Ich weiss, niemand rechnet damit, mit 60 ausgesteuert zu werden. Man sollte sich trotzdem mit dem geplanten Gesetz beschäftigen. Vor allem Frauen.

Der Bundesrat hat Überbrückungsleistungen für erwerbslose Personen ab 60 Jahren in Aussicht gestellt. Diese soll ihnen im Alter den Gang zum Sozialamt ersparen und ein würdiges Alter ermöglichen.
Dieser Tage wurde die Vernehmlassung zur Überbrückungshilfe eröffnet. Doch wer wird diese Leistungen tatsächlich beziehen können? Ich habe den erläuternden Bericht zum geplanten Bundesgesetz aus Frauensicht unter die Lupe genommen.

Unter den Bedingungen für einen Bezug ist mir folgender Punkt sauer aufgestossen:
20 Jahre Versicherung in der AHV und in diesen 20 Jahren ein bestimmtes Einkommen erzielen (gegenwärtig sind das Fr. 21’330 pro Jahr)

Viele Frauen ü55, merken schon: Sie hätten mit dieser Vorlage keine Chance, je eine solche Entschädigung zu erhalten. Denn Frauen, die in nächster Zeit 60 werden, hatten nun mal ein anderes Leben als heutige Frauen.
Erstens wurden Mädchen damals dazu angehalten, schlecht bezahlte «Frauenberufe» zu erlernen – wenn überhaupt.
Zweitens, blieb damals eine Mutter zu Hause bei ihren Kindern. Punkt. An Erwerbsarbeit war kaum zu denken nach der Familiengründung.

Um das damalige Klima etwas zu erspüren: Frauen in der Schweiz durften erst ab 1976 (vor rund 40 Jahren) ohne die Erlaubnis ihres Mannes einem Beruf nachgehen. Die meisten taten dies nicht. Weil es sich nicht gehörte.
Als wir so um 1990 im Zürcher Oberland einen Tageselternverein gründeten, war das so etwas wie ein revolutionärer Akt.
Noch heute gehen nur 25 % der Frauen in der Schweiz einer Vollzeitbeschäftigung nach. Das hat verschiedene Gründe, wie zum Beispiel der niedrigere Lohn von Frauen, Fixierung der Wirtschaft auf den Mann als Ernährer, etc.


Wenn damals, als ich noch jung war, eine «Ehefrau und Mutter» drei halbe Tage pro Woche ausser Haus arbeitete, was in den Augen «der Leute» schon viel war, verdiente sie vielleicht 1’000 Franken? Das sind 12’000 Franken pro Jahr. Die Hälfte der erforderten Summe. 
Wurden «Hausfrauen» nach einer Scheidung mit 40 oder 50 gezwungen, sich wieder – oder wieder ganz in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so bissen sie auf Granit. Und sie tun es immer noch. Diese Frauen, die bald einmal 60 werden, können nie im Leben 20 AHV-Beitragsjahre mit mehr als 21’330 Franken pro Jahr aufweisen. 

«Doch halt!», werden jetzt die einen rufen. «Bei der Scheidung wurden die AHV-Beiträge des Partners gesplittet, so komme ich auf den erforderten Betrag!»

Leider nein. Gesplittete AHV-Beiträge des Ehepartners während der Familienphase sollen gemäss jetziger Vernehmlassungsvorlage nicht hinzugerechnet werden.

Meiner Meinung nach ist das eine stossende Ungleichbehandlung. 
Während Männer, Anspruch haben werden auf die Überbrückungshilfe bei Arbeitslosigkeit, gehen die Frauen leer aus. Einzig, weil sie nach damals vorherrschenden Rollenmodellen gelebt haben. Und schlussendlich ist das eine ganz private Entscheidung, wie Eheleute die anfallende Arbeit und den Familienlohn untereinander aufteilen.

Die AHV-Beiträge von Ehepartner werden bei einer Scheidung genau aus diesem Grund gesplittet. Weil das Familieneinkommen so etwas wie «gemeinsam erwirtschafteter Lohn» ist.

Weitere Bedingungen:
– 20 Jahre Versicherung in der AHV, davon 10 Jahre unmittelbar vor der Aussteuerung
– Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung nach dem vollendeten 60. Altersjahr
(Frau muss auch „ausser Haus“ gearbeitet haben, um in den Genuss der Rente zu kommen. Und sie muss ausgesteuert sein. Dies zeigt, dass sich nicht einfach „reine Hausfrauen“ um diese Rente bemühen werden, obwohl sie einen „Ernährer“ zu Hause haben.)
– Vermögensgrenze Fr. 100’000 – für Ehepaare Fr. 200’000
– Bezieht noch keine AHV

Mein Fazit:
Die aktuelle Vorlage benachteiligt die Frauen – und sollte dringend angepasst werden.

Frauen, die vor 60 Jahren auf die Welt kamen, waren nun mal nicht durchgehend berufstätig. Das war damals so. Sie bekamen drei Kinder, halfen im Kirchenbazar mit, im Dorfmärt, in der Brockenstube. Sie pflegten kranke und betagte Familienangehörige (tun sie immer noch). … Nebenbei arbeiteten sie Teilzeit ausser Haus. Sie haben viel gearbeitet. Und trotzdem würden sie – mit der jetzigen Vorlage – grösstenteils leer ausgehen.

Geschiedene Frauen würden bei einer Aussteuerung bei der Fürsorge landen. Genau das will das Gesetz eigentlich verhindern. Aber nur bei den Männern?

  • Geschiedene Frauen sind auf Einkommen angewiesen, weil sie alleine für sich sorgen müssen. – Jede zweite Ehe wird geschieden. 
  • Der Jobverlust ab 60 gefährdet in starkem Mass ihre Existenzsicherung. Denn heutzutage erhalten Frauen von ihren Ex-Männern sozusagen keine Unterhaltsbeiträge, wenn die Kinder erwachsen sind. 
  • Dass Familienjahre für die Männer als Beitragsjahre gelten sollen, für Frauen, die Kinder betreut haben, nicht, ist schlicht und ergreifend eine Diskriminierung der Frauen. Wie kommt man auf so eine Idee?
  • Auch Frauen haben auch ein Recht auf soziale Absicherung. 
  • Dass ein Mann nach 20 Familienjahren (in denen er auswärts arbeitete) Anrecht auf diese Leistung haben soll und eine Frau nach 3 Kindern und 20 Familienjahren kein Anrecht, ist inakzeptabel. Ungleichbehandlung in Zeiten der Gleichstellung.
  • Das Einkommen der Eheleute muss gesplittet werden, damit auch Frauen versichert sind.

Die Vernehmlassung ist dafür da, Pro- und Kontrastimmen zu sammeln. Schreibe deinem Bundesrat / deiner Bundesrätin, wenn auch du der Meinung bist, der vorliegende Entwurf sei ein Affront gegen Frauen, die Kinder aufgezogen haben.

Und: Wer handeln will, muss das jetzt tun. Nach der Vernehmlassung wird es zu spät sein.

Alle schlecht ausgebildeten Frauen, die sich nicht selber wehren können, werden dafür dankbar sein.

Es gilt, noch ein paar Dinge zu beachten. Alle Informationen findest du hier: Medienmitteilung