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Leena Lehtolainen: Schüsse im Schnee

Ein abgelegenes Haus, Familiengeheimnisse und zwei mutige Frauen. Der Krimi »Schüsse im Schnee« von Leena Lehtolainen ist sackstark. Genau wie Leibwächterin Hilja Ilverskero.

Die zweiundneunzigjährige Lovisa Johnson fühlt sich bedroht. Sie wähnt sich in Todesgefahr, spürt, dass jemand sie töten will. Doch wer ausser den zukünftigen Erben könnte an ihrem Ableben interessiert sein? Zu viele seltsame Dinge geschehen im und um das Haus. An Zufälle kann die ehemalige Unternehmerin nicht mehr glauben.

»Am Rand des Eislochs liegt ein Polster, auf das ich mich setze, um dann ins Wasser zu gleiten. Dort ist auch eine Leiter befestigt, über die ich heraussteigen kann. Aber an dem Morgen war die Leiter nicht da.«

Personenschützerin Hilja Ilverskero, die sich zur Tarnung als Sekretärin ausgibt, soll für ihre Sicherheit sorgen. Hilja, die schon einiges erlebt hat, traut niemandem über den Weg. Sie ist für alles vorbereitet.

»Das Gewicht der Glock verschaffte mir einen festen Schritt und eine gerade Haltung. Die Pistole war ein treuer Freund, der mir immer gehorcht hatte.«

Die finnische Landschaft ist tief verschneit, gekocht werden interessante Speisen wie zum Beispiel Elchbraten. Die Themen im Buch – unter anderem Flüchtlinge und Fremdenhass – sind aktuell.

»Schüsse im Schnee« ist ein ruhiger und spannender Krimi, der mich mehrere Abende lang bestens unterhalten hat. Gekonnt legt die Autorin immer wieder (falsche) Fährten. Die Protagonistin Hilja Ilverskero ist eigenwillig und erfrischend anders als andere Ermittlerinnen. Zum Schluss gibt es eine gelungene Überraschung.

Ein Buch für alle, die nordische Krimis und starke Frauenfiguren mögen.

Leena Lehtolainen
Schüsse im Schnee
(Der vierte Fall der Leibwächterin Hilja Ilveskero)
Kindler, 2017, Seiten: 384

Titelfoto: ©Indra Joshi, Indiegrafie