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Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

Eine Grossmutter, die den Tod voraussehen kann. Ein Schulmädchen, das mehr ertragen muss, als zu ertragen ist. Menschen, die da sind, wenn sie gebraucht werden. »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky: Eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Tod und Liebe, die mich bewegt und bestürzt – und schlussendlich glücklich zurückgelassen hat.

Luise ist im vierten Schuljahr, als ihre Grossmutter Selma von einem Okapi träumt. Was das bedeutet, wissen alle: Innerhalb von 24 Stunden wird jemand aus dem Dorf sterben.

Am Morgen danach, es war der 18. April 1983, wollte Selma ihren Traum vom Okapi überspielen und tat ausgesprochen fröhlich. Sie war im Vortäuschen von Fröhlichkeit ungefähr so gewieft wie ein Okapi, und sie glaubte, Ausgelassenheit demonstriere man am glaubwürdigsten durch Herumschlackern.

Zum Todesfall soll an dieser Stelle nicht viel verraten werden. Nur, dass ich danach erschüttert bin. Das Geschehen geht mir durch Mark und Bein.

Im zweiten Teil des Buches begegnet die inzwischen erwachsen gewordene Luise einem buddhistischen Mönch. Er wird ihr Leben auf den Kopf stellen und nicht nur ihres.

Ich suche Alaska«, sagte ich.
Einer der Mönche fing an zu kichern. Er war mindestens so alt, wie Bauer Häubel geworden war.
»Ist das eine Metapher?«, fragte der Mönch in der Mitte.
»Nein«, sagte ich, dachte dann aber an meinen Vater und Doktor Maschke. »Doch«, sagte ich, »es ist auch eine Metapher. Aber vor allem ist es ein Hund.«

Die Geschichte um Selma, Martin, Luise, den Optiker und all den anderen liebenswerten Menschen und gescheiterten Existenzen ist grandios geschrieben. Sie ist traurig und froh, tiefsinnig und klug.
Ich habe sie vom ersten bis zum letzten Satz geliebt.

Die Autorin

Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sie wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet.

Das Buch

Mariana Leky
Was man von hier aus sehen kann
Dumont, 2017, 320 Seiten

2 Kommentare

  1. Asiram sagt

    Gestern das erste Mal beim Literaturclub SF. Das Buch wurde von Marian Leky wurde von allen Kritikern gelobt oder gerne gelesen.

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